Interview mit F. C. Gundlach

Eim Hamburger Haus der Photographie findet in dem Zeitraum vom 12.04. bis 07.09.2008 eine Ausstellung von Werken des Prof. F. C. Gundlach statt. Bezüglich der Ausstellung ist Global Art Magazine bei Herrn Prof. Gundlach zu einem Interview eingeladen.

-Wie sind Sie zur Fotografie gekommen?
Ich bin zur Fotografie gekommen, indem ich damals schon Reportagen fotografiert habe. Früher gab es noch kein Fernsehen und so habe ich Pressefotos bei Filmproduktionen gemacht und Stars bei den Dreharbeiten fotografierte. Durch diese Tätigkeit bin ich dann zu der Zeitschrift "Film und Frau" gekommen, die erste Zeitschrift nach dem Krieg, die Glamour ausstrahlte. Ich bin mir vorgekommen wie ein Traumfabrikant, weil ich wusste, dass die Dinge, die ich fotografierte, für den Großteil der Menschen nicht erreichbar sind. -Welchen Sinn sehen Sie zwischen Modefotografie und Kunst?
Es gibt mehr Verbindung zwischen freier Kunst und Mode. Wobei ich „freie Kunst“ als keinen guten Begriff sehe. Entweder es ist Kunst oder es ist keine Kunst. Es gibt aber auch einen Austausch zwischen Kunst und Mode. Die Fotografie hat sich in den letzten 20 Jahren als Medium der Kunst etabliert. Es ist kein Sekundär-Medium mehr, das man denkt "das ist doch eh bloß ein Foto". Die Fotografie ist einfach ein autonomes Medium der Kunst, genauso wie Hammer und Meißel oder Pinsel. Es hat lange gedauert bis sich die Fotografie durchgesetzt hat.

-Wie sieht Ihre Zukunft aus? Sind weitere Projekte geplant? Wie es in der Zukunft aussieht weiß ich nicht. Ich wünsche mir aber gesund zu bleiben, ich ja nun auch schon 81 Jahre alt. Ich habe mir Gedanken gemacht, dass wenn ich all das machen würde, was ich mir vorgenommen habe, dann bräuchte ich noch 20 Jahre um alles zu verwirklichen. Ich habe noch keinen konkrete Pläne für die Zukunft, aber wir brauchen jetzt erst einmal ein Jahr, um gewisse Dinge aufzuarbeiten. Ich habe einen Teil meiner Sammlungen als Dauerleihgabe ins Haus der Photographie gegeben, so um die 6.000 Fotos, und meine Bibliothek soll da auch mit einfließen. Wir haben denen schon 2.000 Bücher gegeben und ich habe noch weitere 4.000 Stück, von denen ich einiges abgeben möchte. Aber einen für mich wichtigen Anteil werde ich behalten.

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