Kunst im Iran
Es geht nicht so sehr um "Träume und Konflikte" in der zeitgenössischen Kunst des heutigen Iran, als eher um "Träume und Konflikte" und "Konflikte als Dynamik auf dem Weg zur Realisierung von Träumen": als Dynamik, die dem sozialen Kontext des Iran innewohnt, als geistige Dynamik innerhalb der Beziehungen zwischen dem Iran und dem Rest der Welt oder als Dynamik innerhalb der Entwicklung und dem ungestillten Forscherdrang des einzelnen Künstlers. Lauter dynamische Kräfte, die so stark sind, dass sie die "Diktatur des Zuschauers" und alle Einflüsse, die der Markt auf die Ausdrucksformen der Kunst haben könnte, neutralisieren und nahezu wirkungslos werden lassen.
Die Entstehung der zeitgenössischen Kunst des Iran geht auf die frühen 40er Jahre zurück, und die Gründung des ersten Iranischen Kunstinstituts in Teheran in jenen Jahren zeigt deutlich den Beginn einer ernsthaften und systematischen Auseinandersetzungen mit den neuen Entdeckungen der westlichen Kunst. Einige Maler die der Bewegung des Modernismus angehören, zeigen ein neu erwachtes Interesse an den Wurzeln der Kunst in der iranischen Vergangenheit und versuchen, deren traditionelle, kalligrafische, illustrative und visuelle Elemente wieder einzusetzen.
Die Präsenz dieser Strömung im Werk vieler junger, talentierter Künstler und das Bedürfnis des Publikums die eigene Identität wieder zu finden und das, was am Wertvollem in den nationalen und religiösen Traditionen existiert, zu bewahren, ermöglichten es jener Tendenz in den 60er Jahren eine größere Bedeutung zu erlangen. Die Künstler des Irans wissen heute genau, dass der Stillstand, die Wiederholung, der unbewusste Blick, der sich auf die Vergangenheit richtet, keine gute Startbasis bilden, und dass in der heutigen Weltbewegung, Veränderung, die Suche nach Neuem und der Fortschritt ein unauflösliches Fundament des Lebens selbst sind und dass die Vergangenheit des Menschen nicht etwas Totes oder auf immer Verlorenes ist, sondern dass sie die Wurzeln der heutigen individuellen und kollektiven Persönlichkeit bildet.
Das reiche, kulturelle und künstlerische Erbe des Irans ist in den Werken, immer noch sichtbar, auch wenn die Werke selbst den neuen künstlerischen Tendenzen des Irans angehören: Jedes präsentiert und symbolisiert in eigener Form und in einer eigenen, besonderen Sprache die Erfahrungen und das Engagement der heutigen Künstlergeneration, die entschlossen ist, dank ihrer persönlichen und nationalen Identität einen eigenständigen Beitrag zum Dialog zwischen den verschiedenen Kulturen in diesen ersten Jahren des dritten Jahrtausends bei zusteuern.
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